Gehalt verhandeln im Vorstellungsgespräch

Gehalt verhandeln im Vorstellungsgespräch

Ob Berufseinstieg oder Jobwechsel – Die Gehaltsverhandlung ist ein wichtiger Teil im Vorstellungsgespräch. Aber wie bereiten sich Bewerber richtig vor? Worauf sollten sie achten? Die wichtigsten Tipps in einem Beitrag.

Die Frage nach dem Gehaltswunsch im Vorstellungsgespräch verunsichert viele Bewerber. Verhandlungsgeschick und ein Sinn fürs Realistische spielen eine wichtige Rolle für die erfolgreiche Gehaltsverhandlung. Skills, Erfahrung und Selbstbewusstsein spiegeln sich in dieser Situation wider. 

Vorbereitung auf die Gehaltsverhandlung

Wenn es um Geld geht, zählen meist harte Fakten. Eine gute Vorbereitung ist daher bei Lohnverhandlungen ein Muss. Diese vier Tipps helfen, das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. 

Den eigenen Wert kennen

Den eigenen Wert zu kennen, ist für die Gehaltsverhandlung wesentlich. Das hilft dabei, die eigene Forderung mit den richtigen Argumenten zu versehen. Dazu gehört zum einen, die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen und Stärken benennen zu können. Andererseits ist es wichtig, relevante Skills und Stationen im Lebenslauf wiederzugeben.

So ist bei Jobwechslern wichtig, einen guten Überblick über die bisherigen Erfahrungen zu geben und zu erklären, warum diese wichtig für die gewünschte Position sind. Berufseinsteiger punkten wiederum, indem sie von ihrem Studienabschluss, Fächerwahl und bisher gesammelten Know-how aus beispielsweise Praktika oder relevanten Werkstudententätigkeiten erzählen. 

Wunschgehalt definieren

Den Gehaltswunsch realistisch festzulegen, hilft, Enttäuschungen zu vermeiden. Um einen Eindruck von der Lohngestaltung in der angestrebten Berufsgruppe oder Branche zu erhalten, lohnt sich eine Recherche. Über Berufsverbände, Branchenreports, Tariftabellen oder die Bundesagentur für Arbeit erhalten Bewerber realistische Einordnungen. Auch die Online-Recherche über Bewertungsportale kann hilfreich sein. Weitere individuelle Faktoren, die das Gehalt bei einem Arbeitgeber beeinflussen, sind wirtschaftliche Situation des Betriebs, Standort und Unternehmensgröße. So zahlt ein kleines Unternehmen mit wenigen Angestellten in einem kleinen Ort auf dem Land meist einen geringeren Lohn als ein Big Player in der Großstadt.

Verhandlungsspielraum bedenken

Wann wäre das Gehalt wirklich zu niedrig? Wer sich im Vorfeld eine Schmerzensgrenze setzt, die er bei den Verhandlungen nicht unterschreitet, schneidet in der Regel im Verhandlungsgespräch besser ab. Im Gespräch selbst sollte der Wunschbetrag im Fokus stehen – und nicht die eigene Untergrenze. Mit einem selbst gesetzten Limit reagieren Bewerber bei der Verhandlung meist souveräner. Sie zeigen, dass sie wissen, wo ihre Grenzen sind. 

Gehaltsverhandlung üben

Gerade für Berufseinsteiger oder Personen, die lange nicht mehr in der Situation waren, empfiehlt sich, das Verhandlungsgespräch vorab durchzuspielen. Denn eine geschickte Verhandlungsführung zeigt dem Gegenüber, wie der Bewerber z.B. mit Kunden und Geschäftspartnern umgeht. Das Gehaltsgespräch zu üben, gelingt am besten mit professionellen Karriere-Coaches. Sie kennen weitere wichtige Tipps und Tricks für die erfolgreiche Gehaltsverhandlung und wissen, worauf Personaler achten. 

Taktik bei Gehaltsverhandlung

 

Das richtige Timing abwarten

Wer die Gehaltsvorstellungen im Vorstellungsgespräch zu früh ins Spiel bringt, signalisiert mehr Interesse am Geld als an der ausgeschriebenen Stelle. Zu langes Warten kann jedoch als Unsicherheit interpretiert werden. Der richtige Zeitpunkt ist daher wichtig. Grundsätzlich gilt: Über das Gehalt darf gesprochen werden, sobald klar ist, dass das Unternehmen ernsthaftes Interesse hat. Dies ist in der Regel der Fall, wenn Bewerber zu einem zweiten Vorstellungsgespräch eingeladen werden. 

Konkreten Gehaltswunsch formulieren 

Wer den Gehaltswunsch formuliert, sollte sich auf eine Zahl festlegen, die etwas über dem tatsächlichen Gehaltswunsch liegt. Personalchefs versuchen in der Regel, diesen Betrag nach unten zu drücken. Wenn Bewerber Von-bis-Spannen nennen, orientiert sich das Gegenüber meist an der unteren Grenze. Die erste Zahl sollte also so konkret wie möglich sein. Sie bildet in der folgenden Verhandlung den Anker, an dem sich der Rest des Gesprächs orientiert. 

Beispiel: Wer ein Einstiegsgehalt von 40.000 Euro anstrebt, tut gut daran, im ersten Aufschlag eine konkrete Summe wie 44.000 Euro zu fordern.

Alternativen parat haben

Sollte das gebotene Gehalt nicht ganz dem Wunschgehalt entsprechen, lohnt es sich, Alternativen anzufragen. Gemeint sind sogenannte Sachbezüge. Darunter versteht sich z.B. der altbewährte Firmenwagen, ein Firmenfahrrad, Jobtickets für Bus und Bahn oder Tankgutscheine. Nicht selten stellen jene Zuwendungen einen guten Ausgleich für eine etwas niedrigere Entlohnung dar. 

Ruhe bewahren und selbstbewusst auftreten

Das wichtigste bei der Gehaltsverhandlung ist jedoch, souverän aufzutreten und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Ein selbstbewusstes Auftreten demonstriert die eigene Entschlossenheit. Das richtige Mindset ist entscheidend: Bewerber sollten sich bewusst machen, dass sie keine Bittsteller sind. Eine angemessene Entlohnung gehört zum Job.

Künftige Gehaltserhöhungen vereinbaren

Wer bei der ersten Verhandlung nicht ganz erfolgreich war, kann im Vorstellungsgespräch vorschlagen, das Gehalt neu zu verhandeln, sobald erste Erfahrungen im Unternehmen gemacht und erste Ziele erreicht wurden. Die Neuverhandlung kann an das Ende eines bestimmten Zeitraums, beispielsweise der Probezeit, geknüpft werden. Auch Projekte, die im ersten Jahr abgeschlossen wurden, sind gute Ansatzpunkte für solche Anforderungen. Wichtig ist jedoch, dass im Vorfeld – am besten schriftlich – ein Gespräch zur nächsten Gehaltsüberprüfung festgelegt wird. 

Weitere Tipps rund um den Jobwechsel

Auf der Suche nach Checklisten für das perfekte Bewerbungsanschreiben oder Tipps zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch? Viele hilfreiche Beiträge rund um den Jobwechsel finden Interessierte im HR-Blog von Mühlenhoff by Randstad RiseSmart.