Arbeitsmarkt 2021: Mehr als die Hälfte der Betriebe baut um

Arbeitsmarkt 2021: Mehr als die Hälfte der Betriebe baut um

Der Arbeitsmarkt ist in 2021 ordentlich in Bewegung gekommen. Wie stellen sich Unternehmen auf? Bleibt alles wie es war? Wird jetzt kräftig umgebaut? Die Randstad-ifo-Personalleiterbefragung aus dem ersten Quartal 2021 befragte dazu etwa 1.000 Personalleiter. Wie die Veränderungen im Personalbestand aussehen, lesen Sie hier.

2021 ist das Jahr der Veränderung für viele Betriebe, wie die Randstad-ifo-Personalleiterbefragung vom ersten Quartal 2021 zeigt. Corona macht deutlich: Jetzt ist die Zeit, um an Schwächen zu arbeiten und sich zukunftsfähig aufzustellen.

“Positive Personalentwicklungen sind vor allem in digital geprägten Branchen zu erkennen. Auch die Logistik profitiert. Doch einen echten Boom – abseits des Online-Handels – hat die Krise auf keinem Sektor ausgelöst“, erklärt Michael Schuster, Geschäftsführer von Mühlenhoff by Randstad RiseSmart. „Viel öfter gab sie den Anstoß zum Umbau. Der stationäre Handel sah sich bereits vor Corona beispielsweise mit dem großen Digitalisierungstrend konfrontiert. Er muss jetzt dem Veränderungsdruck nachgeben.”

Veränderungen im Personalbestand – zwischen Personalaufbau und Stellenabbau

Die Randstad-ifo-Personalleiterbefragung zeigt, dass 36% der Unternehmen in Deutschland neue Stellen schaffen wollen – und das über alle drei Wirtschaftsbereiche (Verarbeitendes Gewerbe, Handel und Dienstleistungen) hinweg. Mit 17% ist die Zahl der Betriebe, die einen Stellenabbau planen, allerdings nicht zu vernachlässigen. 

Vor allem bei Unternehmen ab 500 Mitarbeitenden stehen große Veränderungen an: 65% planen neue Stellen aufzubauen, doch 40% werden sich auch von Beschäftigten trennen.

Wie gestalten Betriebe den Stellenabbau in 2021?

  • 56% wollen dies über den regulären Ruhestand erreichen
  • 43% sprechen betriebsbedingte Kündigung aus
  • 32% rufen Freiwilligen-Programme ins Leben
  • 27% bieten die Möglichkeit zum vorzeitigen Ruhestand an
  • 21% setzen auf Altersteilzeit
  • 5% bieten Outplacement Angebote an
  • 2% setzen eine Transfergesellschaft ein

Die Zahlen zeigen, dass die vielfältigen Möglichkeiten und Vorteile eines professionellen Trennungsmanagements nicht ausgeschöpft werden. Nur selten setzen Betriebe auf Lösungen wie Outplacement, Transfergesellschaften oder Transferagenturen, die zu einem fairen und sozialen Trennungsprozess beitragen. „Wenn der Personalabbau unvermeidbar ist, müssen Unternehmen sich vor allem ihrer sozialen Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern bewusst sein“, sagt Michael Schuster. „Das bedeutet, Offboarding genauso ernst zu nehmen, wie sie es bei Onboarding-Prozessen tun.” 

Top 3-Herausforderungen bei der Umstrukturierung

Aus der Randstad-ifo-Personalleiterbefragung geht hervor, dass 57% der Unternehmen in Deutschland eine Umstrukturierung in 2021 planen. Dabei sehen sie sich mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert.

Welche Schwierigkeiten erwartet Betriebe bei der Umstrukturierung?

  • 42% fürchten, kein passendes Personal zu finden
  • 41% sehen ein Risiko bei einer sinkenden Mitarbeitermotivation
  • 22% betrachten die Umschichtung als Hürde

Woran es bei Restrukturierungen hakt

Oft werden Prozesse in der Restrukturierung von Unternehmen isoliert betrachtet, statt sie miteinander zu verknüpfen. Das gilt vor allem für strukturelle Veränderungen, die Personalabbau auf der einen und Stellenaufbau auf der anderen Seite fordern. Interne Mobilität und eine kluge Redeployment Strategie sind Schlüsselfaktoren, um die Anforderungen der Mitarbeiter mit denen des Unternehmens in Einklang zu bringen – und den Umbau von Betrieben erfolgreich zu gestalten.