Was ist eine Transfergesellschaft?

Transfergesellschaft Definition

Eine Transfergesellschaft ist eine staatlich gefördertes arbeitsmarktpolitisches Instrument. Wenn Unternehmen Personal abbauen müssen, können sie betroffenen Mitarbeitern den Wechsel in eine Transfergesellschaft anbieten. Das bedeutet, jene Mitarbeiter scheiden bei ihrem aktuellen Arbeitgeber aus und unterzeichnen einen auf maximal 12 Monate befristeten Arbeitsvertrag bei der Transfergesellschaft. Als Mitarbeiter dieser sogenannten betriebsorganisatorisch eigenständigen Einheit (beE) arbeiten sie nicht mehr für ihren ehemaligen Arbeitgeber. Sie konzentrieren sich ausschließlich auf die berufliche Neuorientierung sind finanziell abgesichert, verfügen i.d.R. über ein individuelles Qualifizierungsbudget für Weiterbildungen und werden von professionellen Karriere-Beratern unterstützt.

Wann ist der Einsatz einer Transfergesellschaft möglich?

Unternehmen setzen Transfergesellschaften ein, wenn sie sich von größeren Teilen ihres Personals trennen müssen, beispielsweise bei einer Werks- oder Standortschließung. Um die staatlich geförderte Transfermaßnahme nutzen zu können, sind jedoch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. So ist der Einsatz der Transfergesellschaft nur möglich, wenn der Personalabbau Folge einer Betriebsänderung nach §111 BetrVG ist, beispielsweise wenn ein Betrieb stillgelegt oder verlegt wird.

Wer gründet eine Transfergesellschaft?

Die Transfergesellschaft wird in enger Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit eingerichtet. Vorab müssen sich Betriebsrat und Arbeitgebervertreter auf die Maßnahme einigen. In der Regel sind professionelle Anbieter von Transfermaßnahmen wie Mühlenhoff by Randstad RiseSmart, die sich auf Outplacement-Beratung und Personalentwicklung spezialisiert haben, an der Organisation beteiligt – und übernehmen auch die Einrichtung der Transfergesellschaft.

Wie läuft der Wechsel in eine Transfergesellschaft für Arbeitnehmer ab?

Sobald die Transfergesellschaft gegründet ist, haben Mitarbeiter die Option zum Wechsel. Diese Entscheidung ist freiwillig. Für den Wechsel von Arbeitnehmern in eine Transfergesellschaft wird ein sogenannter dreiseitiger Vertrag geschlossen: zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und dem Anbieter der Transfergesellschaft. Der Vertrag ist maximal auf ein Jahr befristet und regelt mittels Aufhebungsvertrag das vorzeitige Ende des alten Arbeitsverhältnisses und den Beginn des neuen bei der Transfergesellschaft.



Welche Vorteile hat die Transfermaßnahme für Unternehmen?

Durch den Einsatz einer Transfergesellschaft können Arbeitgeber Personalabbau besser planen, da das Ausscheiden der Mitarbeiter zu einem bestimmten Stichtag erfolgt. Gleichzeitig sparen Unternehmen Kosten durch staatliche Förderungen ein, da die Entlohnung der Mitarbeiter in erster Linie über das Transferkurzarbeitergeld (TKuG) erfolgt. Der Beitrag liegt bei maximal 67 % des letzten Nettogehalts und wird oftmals vom abgebenden Arbeitgeber auf 80 bis 85 % aufgestockt. Verwaltungs- und Betreuungsaufwand fallen für das Unternehmen weg, da die Arbeitgeberpflichten auf die Transfergesellschaft übertragen werden.

Welche Vorteile hat eine Transfergesellschaft für Arbeitnehmer?

Ausscheidende Mitarbeiter profitieren durch einen Wechsel in die Transfergesellschaft von einer verlängerten Kündigungsfrist. Der Vertrag bei Transfergesellschaft umfasst i. d. R. mindestens die Kündigungsfrist und einen weiteren Monat, aber eine maximale Laufzeit von insgesamt 12 Monaten. In dieser gesamten Zeit erhalten Arbeitnehmer Transferkurzarbeitergeld (TKuG). Der Beitrag reicht von 60 bis 67 % des letzten Nettogehalts und wird i. d. R. vom Unternehmen auf 80 bis 85 % erhöht. Außerdem kommen ihnen professionelle und unterstützende Maßnahmen wie Weiterbildungsprogramme hinzu, um einen neuen Job zu finden.

Was ist der Unterschied zur Transferagentur?

Bei Transfergesellschaft und Transferagentur handelt es sich um Transfermaßnahmen mit dem Ziel, Mitarbeiter vor der Arbeitslosigkeit zu schützen und ihnen schnellstmöglich neue berufliche Perspektive aufzuzeigen. Im Gegenteil zur Transfergesellschaft wechseln Mitarbeiter bei der Transferagentur zur Erreichung dieses Ziels jedoch nicht den Arbeitgeber, sondern nutzen ihre individuelle Kündigungsfrist, um mittels Unterstützung von Profis eine neue Anstellung zu erhalten.