Vorwort
Im Jahr 2009 mussten sich Personalentscheider infolge der Wirtschaftskrise intensiver als in den Vorjahren mit Personalabbaumaßnahmen beschäftigen. Anders als bei anderen Konjunktureinbrüchen wurde die Wirtschaft von der Heftigkeit der Zuspitzung überrascht. So deutlich wie nie zuvor erlebten wir in unserer 20-jährigen Geschichte als Outplacement-Beratung, dass Unternehmen sich von Führungskräften trennen mussten, weil die Notwendigkeit zu Einsparungen bestand und Restrukturierungen durchgeführt werden mussten – im Unterschied zu „normalen“ Jahren, in denen eine große Varianz in den Trennungsgründen beobachtet wird.
Ebenso konnten wir im letzten Jahr eine signifikante Zunahme von vorgeschalteten Orientierungsberatungen feststellen. Zahlreiche Unternehmen überließen den Fach- und Führungskräften die Entscheidung zwischen Degradierung, Versetzung oder Fortsetzung der Karriere außerhalb des Unternehmens. Dies erfordert eine kompetente, glaubwürdige und ergebnisoffene Beratung.
Stärker als in den Vorjahren trat neben einem fairen Trennungsprozess ein weiteres Motiv der Unternehmen bei der Inanspruchnahme von Outplacement zu Tage: Sie setzen auf Prozesssicherheit und auf die Entlastung der Personalverantwortlichen und Vorgesetzten – beginnend mit der Vorbereitung auf das Trennungsgespräch bis zum letzten Arbeitstag des Mitarbeiters. Die Erfahrung in Phasen des Personalabbaus hat vielen Unternehmen gezeigt, dass die angestrebten Ziele wie Kosteneinsparung, Optimierung der Prozesse und Verhindern eines Produktivitätsverlustes schnell erreicht werden, wenn das Trennungsmanagement professionell gehandhabt wird.
Der Zeitraum bis zu einer neuen Platzierung ist im vergangenen Jahr leicht angestiegen, auch weil einzelne Branchen überproportional von den Auswirkungen der Krise betroffen waren. So stellten sich die Platzierungschancen von Klienten mit sehr spezifischen Funktionen als extrem schwierig dar. Trotzdem bewerteten diese Klienten die Beratung mit besten Noten, da sie die persönliche und intensive sowie die methodische und strategische Unterstützung als sehr wertvoll empfanden.
Das Durchschnittsalter der Klienten ist leicht gesunken, annähernd ein Drittel ist unter 45 Jahre alt. Dieser Trend erstaunt vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und spricht dafür, dass gerade in der Krise das Erfahrungspotenzial älterer Führungskräfte im Unternehmen gehalten wurde.

Herbert Mühlenhoff
Geschäftsführender Gesellschafter
