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Was die wahren Binghams wirklich tun

Die Realität in der "Outplacement"-Branche sieht gänzlich anders aus als in George Clooneys neuem Film

Von Michael Schneider

Der jüngste Film mit George Clooney in der Hauptrolle hat in der Branche der Unternehmensberater für eine Mischung aus Irritation und Belustigung gesorgt. In "Up in the Air" spielt Clooney den passionierten Vielflieger und "Karriereübergangsberater" Ryan Bingham, der 322 Tage im Jahr damit verbringt, im Auftrag feiger Unternehmenschefs unliebsame oder überflüssige Mitarbeiter zu feuern. Für Herbert Mühlenhoff hat der Streifen mit der Realität der so genannten Outplacementberatungen eigentlich nichts zu tun.

Mühlenhoff ist stellvertretender Vorsitzender des Fachverbandes Outplacementberatung, der zum Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) gehört: "In dem Film ist der Beruf Binghams nur das Vehikel, um die Persönlichkeit und ihre Veränderungen zu pointieren." In Wirklichkeit machten er und seine rund 200 deutschen Kollegen genau das nicht, was Bingham tut - nämlich Leute "freistellen". Mühlenhoff, dessen Frankfurter Firma auch zahlreiche norddeutsche Unternehmen berät: "Das ist Aufgabe der jeweiligen Fachvorgesetzten in den Unternehmen. Unsere Aufgabe ist es, diese Vorgesetzten zu trainieren."

Sie müssten lernen, mit dieser nicht einfachen Sache verantwortungsvoll umzugehen. Denn der Arbeitgeber übernehme soziale Verantwortung und setze ein positives Zeichen für die verbleibende Belegschaft. Die registriere sehr wohl, wie man mit denjenigen umgeht, von denen man sich trennen will. Und um die Betroffenen kümmern sich gute Outplacementberater in der Regel bis zu einem Jahr. Mühlenhoff: "Unser Ziel ist es, solchen Mitarbeitern innerhalb von sechs Monaten zu einem neuen Job zu verhelfen."

Beiden Seiten bleiben so zeit- und kostenintensive rechtliche Auseinandersetzungen erspart, empfiehlt sich der Fachverband auf seiner Internetseite. Die Entscheidung, einen Berater zu beauftragen, sei für das Unternehmen häufig kostenneutral, da sich die Restlaufzeit von Verträgen verkürze.

Auf jeden Fall haben Outplacementberater nicht erst seit der Wirtschaftskrise volle Auftragsbücher. Der bundesweite Umsatz verzeichnete nach Verbandsangaben in den vergangenen Jahren kontinuierliche Zuwächse und lag 2009 bei rund 54 Millionen Euro. Aber als Krisenprofiteure wollen die Berater auf keinen Fall wahrgenommen werde, sagt Mühlenhoff - zumal die Zeiten auch für die Branche schwieriger geworden seien.

Denn zwar stiegen die Umsätze, aber der Aufwand pro Beratung habe deutlich zugenommen. Und mit der Frequenz, die Clooney alias Bingham an den Tag legt, gehe das schon gar nicht. Ein Berater könne, wenn er seine Arbeit gut machen will, etwa 24 Fälle pro Jahr bearbeiten. Das bedeute, dass parallel im Schnitt zwölf Fälle anliegen.

Uwe Kern, Chef der Ahrensburger Outplaceberatung SKP, sieht das genau so. Allerdings kümmern sich seine Berater ohne Zeitlimit um die betroffenen Mitarbeiter. Haben diese eine neue Stelle gefunden, werde der Kontakt mindestens noch ein weiteres Jahr aufrechterhalten.

Auch dafür zahlt der Auftraggeber. Kern: "Das ist eine Investition in die Köpfe derjenigen, die bleiben. Damit zeigt man ihnen, dass man trotz Trennung verantwortungsvoll mit den früheren Mitarbeitern umgeht."

Das wiederum ist Teil der Beratung, die SKP den Firmen anbietet. Kern: "Wir helfen ihnen bei diesem meist schwierigen Prozess, damit nicht alles in Scherben geht." Das sei eine zumeist ungeliebte Aufgabe, bei der man "unendlich viel" falsch machen könne.

Von Michael Schneider,11.02.2010

 

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